Die Taschendieb Mafia

In einer dunklen Vollmondnacht um ca. 22.57 Uhr ging Dr. Mc. Silver mit schnellen Schritten durch den New Yorker Central-Park in Richtung Süden. Niemand außer ihm war zu diesem Zeitpunkt im Stadtpark unterwegs. Vor einer grünen Mülltonne blieb Dr. Mc. Silver stehen er guckte nach links und nach rechts und dann warf Silver etwas in die Mülltonne, was aussah wie eine Frauentasche. Danach ging er weiter. An seinem Gesichtsausdruck konnte man erkennen, dass ihm nicht wohl bei der Sache war. Nach fünfzehn Minuten kam noch eine Gestalt, griff unbemerkt in die Mülltonne, in die Dr. Mc. Silver zuvor die Tasche hinein gelegt hatte, und nahm sie heraus. Auf dem Polizeirevier in der vierten Straße herrschte Chaos. Alle zehn Minuten ging ein Anruf ein und das Verrückteste war, dass es sich fast immer um gestohlene Taschen handelte. Einer der besten Polizisten New Yorks war Kommissar Antony John. Er hatte schon viele Diebes-Mafia-Fälle aufgeklärt und sollte auch den Taschendiebfall klären. Doch einen Haken gab es bei der Sache und zwar, dass ihm Beweise und Spuren fehlten. Vor allen Dingen hatte er nicht die geringste Ahnung, wo er anfangen sollte, denn New York war groß. Sollte er überall Überwachungskameras hinstellen und darauf hoffen, dass ihm jemand ins Netz ging oder sollte er mehr Polizei auf die Straße schicken? Er wusste es nicht. Doch der Kommissar entschied sich dafür, erstmal auf eigene Faust zu ermitteln. Als erstes ging Antony John dahin, wo es zuvor die meisten Diebstähle gab. Das war die sechste Straße. Dort gab es in den vergangenen zwei Wochen mehr als zwanzig Fälle von Raub. Deshalb war es für den Kommissar ein erster Anhaltspunkt für die ersten Ermittlungen. Auf einmal rief jemand: „Hilfe! Fasst die Taschendiebe.“ Kommissar Antony John rannte sofort los. Doch das war in den Menschenmengen von New York gar nicht so einfach. Deswegen musste er immer und immer wieder „lassen sie mich bitte schnell durch!“ Rufen. Endlich sah der Kommissar den flüchtenden Straftäter. Antony John schrie: „Bleiben sie stehen im Namen des Gesetzes!“ Würde er es wohl schaffen ihn aufzuhalten? Dann bog der Mann in eine andere Straße, sprang in ein Taxi und rief zu dem völlig verdutzten Taxifahrer: „Bringen sie mich so schnell wie möglich in die Countryside!“ Der Fahrer startete den Wagen und fuhr los. Kommissar Antony John blieb nicht viel Zeit. Also setzte er sich ebenfalls in ein Taxi und fuhr Richtung Countryside. Während der Fahrt funkte Antony John „Leute! Wartet bitte am Ende der großen Landstraße  Richtung  Countryside mit fünf Streifenwagen und reichlich Polizisten auf mich. Denn ich vermute ich habe soeben den Mafia-Verursacher überführt“. Funkte er seinen Kollegen zu. In der Zwischenzeit telefonierte auch der Mafia-Verursacher mit seinem Komplizen: „Hey Alter. Die Bullen sind hinter mir her. Ich konnte ihnen ganz knapp entwischen, doch sie sind mir immer noch auf der Spur. Hey hörst du mich? Warte am Waldparkplatz auf mich, dann können wir gemeinsam abhauen, Tschau.“ Was bei seinem Komplizen ankam waren die Wortfetzen Waldparkplatz, Bullen, Warten, zusammen Abhauen und mir auf der Spur. Doch sein Komplize verstand. Das Taxi des Kommissars bremste und er stieg aus. Wie gewünscht waren alle fünf Streifenwagen und die Polizisten an Ort und Stelle. Durch ein Megafon brüllte der Kommissar folgende Dinge zu: „Alle auf Position! Wir werden nun versuchen den Taschendieb in einem gelben New York Taxi mit dem Kennzeichen NY-3689 aufzuhalten.“ Da kam das Taxi mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf sie zu, so dass sie keine Chance hatten es ungewaltsam zu stoppen. Wenig später stieg der Mann auf dem Waldparkplatz aus und lief zu seinem wartenden Kumpel, dessen Namen Dr. Mc. Silver war. Beide stiegen nun in einen schwarzen Hummer mit verspiegelten Scheiben. Mc. Silver sagte: „ Lass uns schnell losfahren!“ Und so gab sein Kollege Gas und sie fuhren die 1,5 km zurück zur Minibasis der Polizisten. In der Zwischenzeit legte die Polizei riesige Massen von Stacheldraht auf beide Fahrspuren um die Räuber aufzuhalten. Und da kamen sie schon viel zu schnell angebraust. Der pechschwarze Jeep fuhr über den Stacheldraht, der Hinterreifen platzte und das Auto schleuderte in einen Graben. Polizisten kamen angelaufen und in weniger als zwei Minuten saßen Dr. Mc. Silver und sein Komplize auf der Rückbank eines Polizeiautos. „Jetzt“, sagte Kommissar Antony John, ,,möchte ich von euch wissen was die Tatursache war und wer dein Komplize ist, Dr. Mc. Silver.“ „Also“, stammelte Mc. Silver, „ es ist so: Wir wollten uns Geld klauen um nach Las Vegas zu ziehen. Und mein Kollege ist Jack Bones.“ „Aha“, klärte der Kommissar auf, „Zahnarzt und Meisterdieb Jack Bones wollten in die Stadt der Casinos auf unerlaubtem  Wege.  Nun ja, was ich euch bieten kann, Jungs, ist ein Eintrag in New Yorks  Geschichte und zwei Jahre im Hotel àla New York Police Department.“ Und alle mussten lachen. „ Ach so. Eine Frage nur noch“, prustete Kommissar Antony John vor Vergnügen. „Ja, was denn?“, fragte Jack Bones interessiert. „Wo habt ihr eigentlich eure Beute hingebracht?“, fragte Antony John. „Die“, antwortete Dr. Mc. Silver, „habe ich gegen 23:00 Uhr in eine grüne Mülltonne im New Yorker Stadtpark deponiert und dann hat sie Jack eine viertel Stunde später abgeholt und ausgeleert .“ Da musste der Kommissar schmunzeln. Ende. 
Maxim